Motivation

Artenvielfalt als Basis für stabile Ökosysteme

Unsere Zielsetzung ist es, die natürliche Vielfalt zu fördern, um dadurch die Basis für ökologische, kulturelle, ökonomische und individuelle Nachhaltigkeit zu stärken.

Konkret bewirtschaften wir hierzu ca. sieben Hektar Streuobstwiesen im Kraichgau. Streuobstwiesen sind naturnahe Kulturlandschaften, und damit Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere.

Zahlreiche Insekten z.B. Marienkäfer, Wildbienen und Ohrenzwicker aber auch Igel, Blindschleichen, Erdkröten, Eidechsen, Fledermäuse sowie der Specht, der Steinkauz, der Gartenrotschwanz (Vogel des Jahres 2011) der Wendehals und viele andere Tiere finden auf unseren Streuobstwiesen ein Zuhause.

 

Naturnahe Landschaftspflege

Streuobstwiesen bedürfen als naturnahe Kulturlandschaften einer gewissen Pflege. Einige Galloway Rinder helfen uns dabei. Regelmäßig bringen wir diese Anfang Mai ins Streuobstzentrum Odenheim und Mitte September wieder in ihr Winterquartier ins benachbarte Tiefenbach. An dieser Stelle herzlichen Dank an den Halter der Tiere.

galloway-rind-ce9e0c98-f42d-437f-93e9-150de6c2d82e

 

Team Player für „Kraichgau 2020“

Als Teil der „Kraichgauer Naturfreunde“ setzen wir uns dafür ein, dass unsere Region weiterhin eine Vorbildrolle in Sachen kulturelle, ökologische und ökonomische Entwicklung einnimmt. Wir möchten mit dazu beitragen, dass sich der Fokus wirtschaftlicher Tätigkeit noch stärker auf die Schaffung von langfristigem kulturellem und ökologischem Mehrwert richtet. Um dies zu schaffen braucht es ein Team aus Schulen, Gemeinden, anderen Vereinen und Unternehmern aus der Region. Aus diesem Grund stärken wir – über verschiedene Institutionen hinweg – die interdisziplinäre Zusammenarbeit.

2013_04_08_lebenshilfe

Lebensmittel aus eigenem Anbau – Wir nehmen die Qualität selbst in die Hand

Baumpatenschaften

Wir beobachten, dass sich – gerade bei den jüngeren Generationen – Lebensmittel aus eigener Herstellung wachsender Beliebtheit erfreuen.

Diesen Trend begrüßen wir auch im Sinne der Förderung einer ökologischen Landwirtschaft. Beispielsweise durch unsere Baumpatenschaften erhält dieser Trend Rahmenbedingungen, in denen er sich weiterhin optimal entwickeln kann. Mittlerweile konnten wir 50 Baumpaten gewinnen (Stand Januar 2014).

Allein durch die Förderung der natürlichen Vielfalt erreicht unser (selbstverständlich naturbelassenes) Obst Speiseobstqualität. Wenig Wurmbefall durch viele Vögel – viele Vögel durch geignete Lebensräume und viele Insekten – viele Insekten durch geeignete Nisthilfen wie z.B. alte löchrige Bäume und Insektenhotels. Die Natur regelt die Details von alleine, wir unterstützen sie dabei.

 

Apfelsaft

Den Großteil unserer Äpfel geben wir bei der Kelterei Zumbach in Unteröhwisheim im Rahmen der Streuobstinitiative ab, damit diese die starke Nachfrage nach ihren Produkten bedienen kann.

Einige Äpfel kommen als Tafelobst bei unseren Baumpaten auf den Tisch und einige verarbeiten wir im Rahmen von Vereinsveranstaltungen selbst zu Saft.

Gerne können Sie uns bei der Apfelsaftgewinnung, vom Baumschnitt über die Ernte bis zum abgefüllten Saft, begleiten. Entweder indem Sie uns über die Schultern schauen oder direkt mit anpacken.

Wir suchen nach einer kompostierbaren 0,3 l Tetrapackverpackung für unseren Apfelsaft, um diesen auch einfach als Pausengetränk an Schulen anbieten zu können. Inspiriert wurden und werden wir hierfür von Michael Braungart. Hintergrundinfos per Video und per Home Page.

Falls Sie hierfür Ideen oder sogar geeignete Produkte anbieten möchten, melden Sie sich bitte bei uns.

Fitness, Früchte, frische Luft – Imagewandel für den Streuobstanbau

Viele Zeitgenossen verbinden mit der Bewirtschaftung von Streuobstwiesen immer noch eher Begriffe wie Sammeln, Schleppen, Rückenschmerzen und wären da nicht die eisenharten Rentner, welche – oft durch eine „Philosophie des Teller leer essens“ motiviert – fleißig das meiste Obst zu den Keltereien bringen, dann hätten wir bereits weit mehr Hektar dieser wertvollen, naturnahen Kulturlandschaft verloren.

Als Förderer der Streuobstwiesen sollten wir deshalb stets gute Antworten auf die Frage nach dem „Warum“ finden. „Warum sollten junge und alte Menschen Streuobstwiesen bewirtschaften?“

Es gibt einige Gründe, warum die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen auch kurzfristig und individuell hilfreich ist. So ist beispielsweise der sportive Charakter, der vielen Aktivitäten auf der Streuobstwiese innewohnt, zu nennen.

Die meisten Menschen haben während der Baumpflege einen Puls von ca. 100 Schlägen pro Minute. Diese Frequenz ist mit der beim Nordic Walking vergleichbar.

Das Mähen mit der Sense ist eher mit einem zweitausend Meter Lauf vergleichbar, bringt es doch das Herz auf ca. 135 Schläge pro Minute.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch beim Landesnetzwerk für Umweltbildung und nachhaltige Entwicklung.

Burnoutprävention und -rehabilitation

Körperliche Arbeit – davon gibt es bei der Pflege naturnaher Kulturlandschaften genug – ist etwas woran wir seit vielen Generationen gewohnt sind. Sie wirkt ausgleichend und stabilisierend auf unseren Organismus. Aus diesem Grund bieten wir regelmäßig Kurse wie „Baumpflege für Bürohengste“ um insbesondere Schreibtischtätern Erfahrungs- und Entfaltungsräume in der Natur zu bieten.

 

Ökologische Missstände und deren Hintergründe

Im Laufe der Zeit wurde (auch) uns klar, dass hinter den meisten ökologischen Problemen in unserer Region kulturelle Probleme liegen. Beispielsweise wissen viele vermeintliche Apfelallergiker einfach nicht, dass sie lediglich gegen viele „Industrieobstsorten“ allergisch sind. Weiterführende Infos.

Wir wirtschaften ohne staatliche Zuschüsse (außer steuerlichen Vergünstigungen)

Der Mehrwert den Streuobstwiesen z.B. in Form von Früchten aber auch in Form eines entspannenden Lebensraumes etc. liefern ist so hoch, dass die Bewirtschaftung bei adäquater – auch finanzieller – Wertschätzung durch die Konsumenten und Prosumenten (Mischung aus Produzent und Konsument) äußerst rentabel ist.

Die Tatsache, dass die Pflege von Streuobstwiesen derzeit finanziell unrentabel ist, halten wir daher für einen kulturellen Missstand.

Wir arbeiten lieber daran diesen kulturellen Missstand zu lösen (z.B. durch die Verbesserung desObstbauimages) anstatt unsere bürokratischen Kompetenzen im Dschungel der Förderanträge auszubauen.